Zahnarztangst-Lachgassedierung

Von ZÄ Irina Schill

Lachgassedierung

Lachgassedierung

Die Behandlung beim Zahnarzt unter Lachgas ist für die Patienten geeignet, die Angst vor der Behandlung beim Zahnarzt haben, oder unter einem überdurchschnittlich starkem Würgereiz leiden. Da die Lachgassedierung sehr gut steuerbar ist, kann sie von der professionellen Zahnreinigung bis hin zu chirurgischen Eingriffen eingesetzt werden.

Distickstoffmonoxid (Lachgas) trägt die Summenformel N2O und ist ein farbloses Gas mit süßlichem Geruch, aus der Gruppe der Stickoxide.  Das Gas besitzt ein sehr stabiles Molekül, welches vom menschlichen Körper sehr schnell aufgenommen werden kann, aber nicht verstoffwechselt wird.

Diese Tatsache führt dazu, dass nach der Lachgasbehandlung nichts mehr im menschlichen Organismus zurückbleibt und der Patient selbständig die Praxis verlassen kann.

Lachgas wird als Inhalationsanästhetikum eingesetzt und dem Patienten über eine Nasenmaske in Kombination mit reinem Sauerstoff, verabreicht. Das Verhältnis Lachgas, Sauerstoff wird dem individuellen Bedarf des Patienten angepasst. Die Wirkung des Gases tritt bereits nach 4-5 Minuten nach der Verabreichung ein.

Lachgas ruft einen Bewusstseinszustand der Entspannung (Anxiolyse) hervor, mit steigender Dosis kommt eine verminderte Schmerzempfindlichkeit (Analgesie) dazu.

Nicht geeignet ist eine Lachgasbehandlung aufgrund seiner Wirkung für Drogen- oder Alkohol-abhängige Patienten, Patienten, die kürzlich eine Augenoperation hatten, für geistig behinderte Patienten und Schwangere (bes. im 1.und 2. Trimenon).

Der Unterschied zur Vollnarkose besteht darin, dass die Anwesenheit eines Anästhesisten nicht notwendig ist, da keine künstliche Beatmung erfolgt. Der Patient benötigt auch keinen künstlichen Zugang über die Vene. Außerdem sind Risiken und Nebenwirkungen quasi nicht vorhanden. Die Lachgassedierung ist die einzige Sedierung in der Zahnmedizin beim bewussten Patienten. Das bietet große Vorteile bei der Kommunikation. Im Vergleich zur Vollnarkose bietet Lachgas darüber hinaus den Vorteil, dass der Patient bewusst eine positive Erfahrung beim Zahnarzt sammelt, da er die ganze Zeit wach ist und zu rationalen Gedanken fähig ist. Auf diese Weise kann nicht nur eine entspannte Behandlung stattfinden, sondern der Zahnarztphobie entgegengewirkt werden.