Rauchen als schwerwiegender Risikofaktor für Parodontitis

Von Dr. med. dent. Svenja Hitzler

Typische Fahnverfärbungen bei Rauchern

Typische Fahnverfärbungen bei Rauchern

Raucher besonders gefährdet!

Rauchen gilt als höchster Risikofaktor bei der Entstehung und vor allem aber dem Fortschreiten der entzündlichen Erkrankung des Zahnbetts, der Parodontitis.

Liegen noch andere Risikofaktoren vor, wie zum Beispiel Erkrankungen, die mit einer schlechteren Immunabwehr einhergehen, kann das Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken, sogar  20-fach höher sein als bei einem Nichtraucher. Im Übrigen führt auch Stress zu einer verminderten Immunabwehr.

Die toxischen Inhaltsstoffe des Tabakrauchs insbesondere das  Nikotin führen zu Gewebeveränderungen im Zahnfleisch, da sie großen Einfluss auf den Zellstoffwechsel nehmen. Die kleinen Gefäße im Zahnfleisch verengen sich. Es wird schlechter durchblutet.  Der Sauerstoffmangel im Gewebe begünstigt das Wachstum der schädlichen Bakterien.

Eine besondere Gefahr besteht darin, dass durch die reduzierte Durchblutung das erste Zeichen einer Entzündung, nämlich das blutende und gerötete Zahnfleisch nicht auftritt.

Das Zahnfleischbluten als wichtigstes Warnsignal fehlt. Tückisch für den Raucher, er bemerkt die beginnende Parodontitis nicht rechtzeitig!

9 mm tiefe Zahnfleischtasche

9 mm tiefe Zahnfleischtasche

Daher führen wir regelmäßig bei jedem Patienten ein Screening mit Taschenmessungen ringsherum an den Zähnen  durch, um frühzeitig eine Parodontitis zu erkennen und rasch eine Therapie einleiten zu können.

So wie die allgemeine Wundheilung ist bei Rauchern (auf Grund der schlechteren Durchblutung) nun wiederum auch das Heilungspotential des Zahnhalteapparates nach einer Behandlung der Parodontitis eingeschränkt. Die Fähigkeit zur Regeneration des Gewebes vermindert.

Auch das Risiko für eine Entzündung an einem Implantat mit der Folge von Knochenabbau um das Implantat herum und einem möglichen Verlust des Implantats ist bei Rauchern deutlich erhöht.

Die gute Nachricht: Es lohnt sich, dem Tabakkonsum zu entsagen.

Auch wenn Zähne schon erkrankt sind, lässt sich mit Tabakverzicht und unserem strukturierten Behandlungskonzept die Parodontitis stoppen.