Dentalmikroskop von Zeiss

Arbeiten mit dem Dentalmikroskop

Arbeiten mit dem Dentalmikroskop

Dr. med. dent. Oliver Klenk, MSc, MSc

In andere Dimensionen abzutauchen ist eine Faszination, der sich kaum jemand entziehen kann. Ein an sich schon klassisches Hilfsmittel ist dabei das Mikroskop. Die Anwendung in der Zahnmedizin ist dagegen relativ neu und die Verbreitung derzeit noch begrenzt.

Welchen Nutzen bringt das Mikroskop beim Zahnarzt und wie wird es angewendet?

Es gibt einige Behandlungsarten, bei denen das Mikroskop nützlich ist (von Arx, Th. 2001, Zaugg, B. et al. 2004, Perrin et al. 2000). Der wichtigste Einsatzbereich ist jedoch die Wurzelbehandlung. Der Aufwand für die Aufbereitung der Wurzelkanäle bzw. des Kanalsystems ist in der Praxis ausgesprochen unterschiedlich hoch. Bei manchen Zähnen ist die Reinigung und Aufbereitung der Kanäle unkompliziert und geht dank moderner Geräte auch rasch. Schwierig wird es, wenn die Kanäle verkalkt sind. Verkalkungen sind die Reaktion des Körpers auf langfristige chronische Reize auf das Zahnmark, medizinisch Pulpa genannt. Wenn Wurzelkanäle teilweise verkalkt sind, ist der Weg zum Bereich der Entzündung im Zahninneren zugemauert. Hier hilft das Mikroskop. Meist gelingt es, die verkalkten Bereiche gezielt zu entfernen, da sie sich farblich von der immer dagewesenen Zahnhartsubstanz unterscheiden.

Wurzelkanaleingänge im Mikroskop

Wurzelkanaleingänge im Mikroskop

Wer als Zahnarzt zum ersten Mal ein Dentalmikroskop verwendet, stellt sich dabei eher ungeschickt an. Kleinste Veränderungen der Richtung der Einstellung des Mikroskops und des Mundspiegels, über den indirekt gearbeitet werden muss, sowie die Lagerung des Patienten spielen eine entscheidende Rolle (Burkhardt, R. 1999). Kurse, von denen die besten in den USA stattfinden, helfen den Einstieg zu finden. Danach spielt die Erfahrung eine Rolle. Nach einiger Zeit hat man dann die notwendige Routine. Was bleibt ist die Faszination der Technik und die Freude, die man als Behandler verspürt, wenn man ein Kanalsystem aufbereitet und gefüllt hat, bei dem man weiß: Ohne Mikroskop wäre das nicht möglich gewesen und der Zahn wäre extrahiert worden.

Literaturangaben:

Burkhardt, R., Neue Wege in der plastisch-parodontalen Chirurgie, Schweiz Monatsschr Zahnmed, Vol 109 6/1999

Perrin, P., Jacky, D., Hotz, P., Das Operationsmikroskop in der zahnärztlichen Allgemeinpraxis, Schweiz Monatsschr Zahnmed, Vol 110, 9/2000

von Arx, Th., Periradikuläre Chirurgie – Teil 1, Schweiz Monatsschr Zahnmed, Vol 111, 5/2001

Zaugg, B., Stassinakis, A., Hotz, P., Einfluss von Vergrößerungshilfen auf die Erkennung nachgestellter Präparations- und Füllungsfehler, Schweiz Monatsschr Zahnmed, Vol 114, 890-896 (2004)